Die karolingische Siedlung
LICH
tritt urkundlich zum ersten Male 790 im Lorscher Codex
ans Tageslicht, in dem unter anderem auch Güter der Licher Mark erwähnt werden. Noch älter allerdings ist
die Erwähnung einer Kirche im Licher Markwald in einer Urkunde des Klosters Honau bei Straßburg aus dem
Jahre 778, welche aber offensichtlich von Fachleuten nicht als urkundliche Erwähnung Lichs anerkannt.Die
Lorscher verwendeten die Bezeichnung Mark nur für Orte, die 750 bereits schon bestanden, sodaß Lich
demnach als Ansiedlung schon vor 750 existiert haben muß. Lich ist aber als Ansiedlung wesentlich älter.
Schon die Bandkeramiker siedelten um 3000 v. Chr. am Höhlergang. Auf dem Höhler fanden sich Spuren der
La-Tène- und Hallstattkultur, im Wettertal zahlreiche Hinweise auf vorge- schichtliche Besiedelung.
Bedeu- tend sind das Megalithgrab bei Muschenheim und die zahlreichen Hügelgräber im Stadtwald. Sicher hat
auch die römische Besetzung der Wetterau auf ihre Bewohner, und nicht nur im römischen Bereich, eingewirkt.
In der Nähe des ehemaligen Klosters Arnsburg verläuft der Limes. Auf der "Alteburg" wurde ein
Kohortenkastell, angelegt unter Kaiser Domitian während der Chattenkriege 83-85, ausge- graben.
Der Wetterübergang einer alten Ost-West-Verbindung und dessen Sicherung bestimmen die Geschichte der
Stadt Lich. Sie wird herrschermäßig greifbar mit den Herren von Hagen-Arnsburg, einem bedeutenden
Reichsminis-
terialengeschlecht, welches das Gesicht der Wetterau entschei- dent mitgeprägt hat. Ihre alte
Burg wurde 1984/85 in der Nähe des Klosters auf dem Hainfeld ausgegraben. Einige Überreste sind
konserviert und vermitteln den Eindruck einer Burg, die der Münzenburg stark ähnelt.
Konrad II. tauschte den Berg Münzenberg gegen ein Gut in Gülle von der Reichsabtei in Fulda und errichtete
darauf eine Burg. Sein Sohn Kuno (1151-1210) nannte sich als erster in der Reihe "von Münzenberg". 1174
übergab er den Zisterzien- sermönchen von Eberbach seine ehemalige Stammburg. Sein Vater hatte vergeblich
versucht, auf dem Gelände ders römischen Kastells Benediktinermönche anzusiedeln. Die Besiedelung des
Klosters begann 1191. Auf dem alten Burgbereich blieb eine Heiligkreuzkapelle, die bis in den Anfang des
18. Jahrhunderts urkundlich nachweisbar ist. Ebenfalls wurden in diesem Bereich ein Jahrmarkt und Gericht
abgehalten.
1255 fällt Ulrich der III. v. Münzenberg in einer Fehde gegen die Herren von Katzenellnbogen und mit ihm
starben die Münzenberger im Mannesstamm aus. Erben sind sechs Schwes- tern, von denen eine mit Philipp von
Falkenstein verheiratet ist, womit die Herren Falkenstein einen Teil des großen Erbes übernahmen.
Ihre Stammburg lag am Fuß des Donnersberg in der Pfalz. Die Burg Münzenburg blieb im Besitz aller Erben
und wurde damit politisch für die Falkensteiner uninteressant. Sie
begannen, Lich gezielt zu ihrem Hauptort auszubauen. Der Wetterübergang wurde ab 1255 durch eine
Wasserburg gesichert. Die stilisierte Darstellung finden wir im
Stadtwappen.
Bereits 1290 spricht Werner von Falkenstein von Lich als »oppidum nostrum««, unsere
Stadt. Am 10. März 1300 erhielt Philipp III., sein Sohn, von König Albrecht die
Stadtrechte
für seine Ansiedelung mit einer Urkunde verliehen. 1316 stiftete er ein Kollegiatstift, das Marienstift,
im Jahr 1320 wird die erste Stiftskirche geweiht.
Kaiser Karl der IV. ächtete den streitsüchtigen Philipp IV. v. Falkenstein. Ullrich III. v.
Hanau führt die Reichsfehde gegen ihn. Erst nach monatelanger Belagerung wird die Stadt bezwungen.
Damals existierte noch die Warnsburg auf dem Breuerberg, sie wird im Friedensvertrag ausdrücklich
von der Rückgabe an Philipp ausgenommen.
Mit dem Tod des letzten Falkensteiners, Werner III., der als Erzbischof von Trier 1418 stirbt, geht die
Zeit der Falkensteiner zu Ende. Als Erbe gelangte Lich an die Grafen von Solms, die es konsequent zur
Renaissance- und später zu einer barocken Residenz ausbauten. Gerade das 16. Jahrhundert wies bedeutende
Herren der Familie auf, so die
Grafen Philipp (1468-1544) und dessen Sohn Reinhard (1491-1562). Graf Philipp der III.,
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