Licher Notgeld

500 Tausend 20.08.23 III 21,00
1 Million 20.08.23 III 21,00
2 Millionen 20.08.23 III 21,00
5 Millionen 20.08.23 I- 22,00
10 Millionen 20.08.23 I- 21,00
50 Millionen 20.08.23 I- 22,00

Die Stadt Lich beschloß im August 1923, aus akutem Mangel an Zahlungsmitteln, bei der "Neuen Tageszeitung, Druckerei und Verlag AG" in Friedberg, Hanauerstraße 12, sechs verschiedene Notgeldscheine in Auftrag zu geben. Dies waren Scheine zu 500 000, 1 000 000, 2 000 000, 5 000 000, 10 000 000 und 50 000 000 Mark. In den Licher Kassen fehlten am nötigsten die kleinen Schein- sorten. Schon am 22. August 1923 lieferte die Druckerei für eine Rechnung über 28 000 000 Mark 3000 Notgeldscheine zu 1 000 000 aus.

Licher Notgeldschein
In den nächsten Tagen folgten:

am 5. September, 2 000 Stück zu 500 000 Mark und 2 000 Stück zu 2 000 000 Mark, die Kosten:
112 000 000 Mark

am 19. September, 5 000 Stück zu 5 000 000 Mark, die Kosten:
872 250 000 Mark



Licher Notgeldschein

Licher Notgeldschein

am 1. Oktober, 5 000 Stück zu 10 000 000 Mark,die Kosten:
2 185 000 000 Mark

Licher Notgeldschein

Licher Notgeldschein

am 11. Oktober, 6 000 Stück zu 50 000 000 Mark,die Kosten:
22 500 000 000 Mark



Licher Notgeldschein

Die Beschriftung der Vorderseite aller Scheine ist gleich. Links oben in der Ecke befindet sich der Wert als Zahl, rechts oben die handschriftlich geschriebene, fortlaufende Nummer des Notgeldscheins. In den nächsten Zeilen finden sich das Wort Gutschein, und die Wertangabe in Worten.

Weiter kann man lesen:
"... zahlt die Stadtkasse in Lich (Oberhessen) gegen diesen Gutschein dem Einlieferer. - Der Einlösungstag wird durch die Bürgermeisterei bekanntgege- ben."

darunter befindet sich das Amtssiegel woran sich nachfolgender Text anschließt:
" Lich (Oberhessen), den 20. August 1923 - Hessische Bürgermeisterei Lich", links die eigenhändige Unterschrift des Bürgermeister Völker und rechts die des Beigeordneten Dörmer.

Einige Rückseiten der Scheine sind mit verschiedenen bäuerlichen Szenen und / oder Gedichten bedruckt, und enthalten den Vermerk:
"Gutschein der Stadt Lich (Oberhessen)" und den Wert in Ziffern.





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     Jürgen Gunkel